Philosophie

Yoga ist Geschick im Handeln.   

Seit Jahrtausenden studieren Yogis das Menschsein. So haben sie tiefe Einsichten in die Natur und Funktionsweise des menschlichen Geistes gewonnen. Dieses Erfahrungswissen wurde an nachfolgende Generationen weitergegeben. Es entwickelte sich eine ganzheitliche Übungs- und Erkenntnismethodik, die ebenso einfach wie tiefgreifend ist. Der Wert dieser Methodik besteht unabhängig von einzelnen Personen und Lehrern. Sie ist nicht an Kulturen oder Religionen gebunden, sondern wird für jeden Übenden in seinem individuellen Kontext lebendig.

Yoga ist die Kontrolle über die verschiedenen Aspekte (Bewegungen) des Geistfeldes.     

Das Himalaya Institut e.V. verbindet seit über 35 Jahren den Yoga der Himalaya-Tradition mit Vorstellungen westlicher Philosophie und Psychologie. Die Essenz des Yoga ist das Erlangen individueller Freiheit. Daher ist es unser Hauptanliegen, die eigenständige Entwicklung jedes einzelnen Menschen zu fördern.

Die Meditation ist Kern unserer Übungspraxis und vermittelt eine tiefe Ruhe. Aus dieser Stille entsteht sowohl Tiefe als auch Kraft für die Herausforderungen einer oft widersprüchlichen Welt.

Aus dieser Philosophie ergibt sich unsere Überzeugung, dass sich Yoga in einer Welt voller ungelöster Probleme und Konflikte nicht in einer Praxis weltabgewandter Ruhe erschöpft. Die Übungen und unser Studium haben das Ziel, innere Stärke und Klarheit zu entwickeln. Dadurch kann Gelassenheit entstehen, die uns unterstützt, verantwortungsbewusst und entscheidungsfähig im Alltag handeln zu können, sei es im Beruf oder in Beziehungen zu anderen Menschen

Wenn es gelingt, die innere Ruhe und die zum Denken und Entscheiden notwendige Ausgeglichenheit zu wahren, lassen sich die eigenen Möglichkeiten vollständiger und konstruktiver nutzen. Die Voraussetzung dafür ist ein Selbststudium - auch der eigenen Schwächen. Auf dieser Basis ist es oft leichter, für die Anforderungen des Alltags kreative Lösungsmöglichkeiten zu finden und andere Menschen unterstützend zu begleiten.  

Zugleich ist die Meditation ein Übungsweg, um über spirituelle Fragen zu Erkenntnissen zu gelangen, etwa:

  • Wer bin ich?
  • Woher komme ich?
  • Wohin gehe ich?
  • Warum bin ich hier?

Dies sind auch die Kernfragen jeder Religion. Yoga ist keine Religion und richtet sich auch nicht gegen irgendeine Religion. Viele Yogaübende haben auf der Basis eigener Fragen und Erfahrungen wieder einen vertieften Zugang zu ihrer persönlichen Religion gefunden. Yoga beschäftigt sich mit dem spirituellen Aspekt des Mensch-Seins überhaupt und ist daher mit jeder Religion und Religionspraxis vereinbar.  

Yoga verstehen wir in diesem Sinne nicht als Ideologie oder dogmatisches Glaubenssystem, sondern als Aufforderung zur Selbsterforschung, zum Fragen-Stellen und zum In-Frage-Stellen.

Yoga betrachten wir als eine Form von individueller Erfahrungswissenschaft, einen Weg, um die Aussagen der östlichen Philosophie durch persönliche Erfahrung nachzuvollziehen und zu überprüfen. Der Yoga gemäß der von uns vertretenen Tradition ist in erster Linie ein geistiger, spiritueller Weg. Körperübungen (Hatha Yoga) stellen für diesen Übungsweg ein Instrument dar.  

Die innere Übung konzentriert sich auf die Schärfung des Unterscheidungsvermögens als einzige Fähigkeit, die den Menschen in die Freiheit führen kann. Alle anderen Sinnesfähigkeiten binden den Menschen. Diese Vorstellung entspricht einer der zentralen Aussage der Samkhya-Philosophie, die für den Yoga von wesentlicher Bedeutung ist: 





 

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