Himalaya Institut

Philosophie

 

Unser Hintergrund

Seit Jahrtausenden studieren Yogis in der Zurückgezogenheit der Himalayas das Menschsein. So haben sie tiefe Einsichten in die Natur und Funktionsweise des menschlichen Geistes gewonnen. Dieses Erfahrungswissen wurde an nachfolgende Generationen von Meister zu Schüler weitergegeben. Es entwickelte sich eine ganzheitliche Übungs- und Erkenntnismethodik, die ebenso einfach wie tiefgreifend ist. Der Wert dieser Methodik besteht unabhängig von einzelnen Personen und Lehrern. Sie ist nicht an Kulturen oder Religionen gebunden, sondern wird für jeden Übenden in seinem individuellen Kontext lebendig.

 

Das Himalaya Institut e.V. in Deutschland verbindet seit 30 Jahren den Yoga der Himalaya-Tradition mit Vorstellungen westlicher Psychologie und Aufklärung. Die Essenz des Yoga ist das Erlangen individueller Freiheit. Daher ist es unser Hauptanliegen, die eigenständige Entwicklung jedes einzelnen Menschen zu fördern.  

 

Der Kern unserer Übungspraxis, die Meditation, vermittelt eine tiefe Ruhe. Aus dieser stillen Kraft heraus ist das Nachdenken und Sprechen über die Tradition des Yoga geprägt. Das Himalaya Institut ist so in der Stille der Himalayas verankert und wendet sich gleichzeitig der Widersprüchlichkeit einer multipolaren modernen Welt zu.  

Stellungnahme des Himalaya Instituts e.V. zu den Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs gegen Swami Rama

In den 1990er Jahren gab es eine Anklage gegen das Himalayan International Institute in Honesdale (USA) wegen sexuellen Missbrauchs von Schülerinnen durch seinen spirituellen Leiter Swami Rama. Zu einem Urteil gegen Swami Rama kam es in den USA zwar nicht. Jedoch wurde das Himalayan Institute in Honesdale zu einer hohen Geldstrafe verurteilt, weil die von den Betroffenen erhobenen Vorwürfe gegen Swami Rama von der dortigen Institutsleitung nicht weiter verfolgt worden waren.  

 

Eine amerikanische Yogazeitschrift berichtete vor einigen Jahren über diesen Prozess und den Umgang des Instituts mit den Missbrauchsvorwürfen (1). Diese Berichte sind im Internet dokumentiert (2). In Deutschland wurden die Vorfälle auf Grundlage der amerikanischen Quellen von dem Journalisten Mathias Tietke in zwei Büchern und zwei Artikeln thematisiert (3). Als VertreterInnen des Himalaya Instituts e.V. in Deutschland möchten wir vor diesem Hintergrund unsere Position zu dem Thema klarstellen.  

 

Eine Ausnutzung von Abhängigkeitsverhältnissen, sei es in materieller, emotionaler oder sexueller Hinsicht sowie jede Form von Machtmissbrauch gegenüber Schülerinnen und Schülern lehnen wir uneingeschränkt ab. Wir fördern in den Menschen, die sich auf einen spirituellen Übungsweg begeben, eine eigenverantwortliche Haltung, die von klarer geistiger Unterscheidungsfähigkeit geprägt ist. Von Idealisierungen, die um eine Lehrergestalt wie Swami Rama nicht selten sind, grenzen wir uns deutlich ab.  

 

Obwohl die Lehren aus der Tradition der Weisen der Himalayas, die durch Swami Rama in den Westen getragen wurden, einen hohen Wert für uns haben, liegt uns nicht daran, feststehende Lehrmeinungen weiter zu tragen. Unser Ziel ist es, die eigenständige Entwicklung in der Auseinandersetzung mit der Lehre zu fördern, damit sie in jedem Einzelnen auf individuelle Art lebendig werden kann. Da wir kritisch gegenüber jeglicher Überhöhung von Lehrerpersönlichkeiten eingestellt sind, pflegen wir eine offene, dialog-orientierte Haltung. Seit 1981 sind wir als unabhängiges Institut bestrebt, in Deutschland den Yoga der Himalaya-Tradition mit Vorstellungen westlicher Psychologie und Aufklärung zu verbinden. Diese Lehren helfen der/dem Suchenden, mit dem inneren Zentrum des Bewusstseins in Kontakt zu kommen, um frei und unabhängig von äußeren Lehrer/innen zu werden.  

 

Unter den organisatorisch voneinander unabhängigen Einrichtungen, die international aus dem Wirken Swami Ramas hervorgegangen sind, gibt es keine einvernehmliche Bewertung der Vorfälle. Als Verantwortliche eines demokratischen und gemeinnützigen Vereins, der das Himalaya Institut in Deutschland trägt, distanzieren wir uns jedoch ausdrücklich von allen Positionen, die zur Verschleierung oder Verleugnung des Themas beitragen. Der mehrfach kritisierte Umgang des amerikanischen Himalayan International Institute in Honesdale mit den Anschuldigungen im Jahr 1990 entspricht nicht unserer Haltung zu der Thematik. Wir arbeiten seit jeher sowohl organisatorisch als auch sämtliche inhaltlichen Entscheidungen betreffend vollständig unabhängig vom amerikanischen Himalayan Institute.  

 

Wir sehen uns in der Verantwortung, die Mitglieder unseres Vereins, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unserer Ausbildungen und Kurse sowie die interessierte Öffentlichkeit aufzuklären und zu informieren. Vor allem aber sind die Vorfälle und die Kritik für uns eine Verpflichtung, grundsätzliche Fragen zu diskutieren und weiter zu klären, die unmittelbar unser Selbstverständnis betreffen.  

 

Dr. Matthias Deparade (Vorstand)  

Katrin Hofmann-Unger (Vorstand, Leitung der Yogalehrausbildung)  

Michael Herzog (Vorstand)  

Jan-Peter Sonntag (Vorstand)  

Wolfgang Bischoff (Spirituelle Leitung, Leitung der Yogalehrausbildung)  

Dr. Edith Ulmer (Leitung der Yogalehrausbildung)  

Dr. Kerstin Engels (Geschäftsführung)  

(1) Yoga Journal Magazine 12/1990  

(2) www.rickross.com/reference/swami_rama/swami_rama2.html, Zugriff am 11.05.2010  

(3) "Der Stammbaum des Yoga" (2007), "Yoga in seiner Vielfalt" (2008), Deutsches Yogaforum 4/2007 und 4/2010  

 

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